MANUFAKTUR

Die Gründung der ältesten Porzellanmanufaktur Ungarns, der Herender Porzellanmanufaktur fällt in die Zeit der Erlangung der nationalen Selbständigkeit und des Aufstrebens des ungarischen Bürgertums. Die künstlerische Porzellanherstellung in Europa, die fast ohne Ausnahme durch Initiative des königlich-kurfürstlichen Hofes ihren Anfang nahm, fiel nach dem unerhörten Aufschwung im 18. Jahrhundert stark zurück und viele Manufakturen schlossen ihre Tore.

In Herend gründete der Keramiker Vince Stingl 1826 ein kleines Werk und beschäftigte sich mit der Produktion von Steingutgeschirr sowie mit Versuchen in der Porzellanherstellung.

Der neue Eigentümer des Werkes Mór Fischer ging 1839 mit neuen Vorstellungen und riesigen Ambitionen daran, Porzellan herzustellen.

Da in dieser Zeit eine Ergänzung alter klassischer fernöstlicher und europäischer Speiseservice aus Porzellan unmöglich war, fanden die Bestrebungen Mór Fischers in den Kreisen der Aristokratie Unterstützung.

Im Verlaufe der Ergänzungen der Service und der Reproduktion klassischer Porzellane ergaben sich großartige Lösungen für unzählige schwierige Aufgaben und für eine Vielzahl von den alten chinesischen Porzellanen zum Verwechseln ähnelnden Formen und Mustern. Die ausgezeichnete Ausführung zog binnen kurzer Zeit die Aufmerksamkeit von Experten und Sammlern auf Herend. Bald darauf wurden der künstlerische Anspruch und die Bestrebungen nach Kreation eigener Herender Schöpfungen von Erfolg gekrönt.

Die I. Ungarische Industrie-Ausstellung, die Wiener Ausstellung 1845, die I. Londoner Weltausstellung 1851, die Weltausstellung in New York 1853 und in Paris 1855 stellten für Herend die grösste Anerkennung dar.

Die Anerkennung zeigte sich auch in den Bestellungen der Herrschaftshäuser (Königin Victoria, Franz Josef I., der mexikanische Kaiser).

Ihrem Beispiel folgten die vornehmen Familien sowie mehrere Mitglieder der Geldaristokratie. Die Namen der bekanntesten Dekore verweisen auf die ersten Besteller (Esterházy, Batthyány, Rothschild, Apponyi).

Museen und Sammler nahmen Herender Porzellangegenstände in ihre Sammlungen auf, so dass Herend zu den international bekannten Kunstporzellanmarken zählte. 1865 verlieh Kaiser Franz Josef I. Mór Fischer für seine erlangten Ergebnisse und Verdienste in der Porzellankunst den Rang eines Adligen und den Namen Farkasházy.

Auf der Weltausstellung in Paris 1867 erhielt die Herender Porzellanmanufaktur die Goldmedaille und Mór Fischer wurde mit einem Ehrenorden ausgezeichnet. Ab 1872 durfte der kaiserlich-königliche Hoflieferant Mór Fischer Farkasházy die Formen und Muster der schliessenden Wiener Manufaktur rechtlich nutzen.

1896 übernahm der Enkel  Mór Fischers die Porzellanmanufaktur. Jenõ Farkasházy war ein ausgebildeter Keramiker, der sich aufgrund seiner in ausländischen Manufakturen gewonnenen Erfahrungen entschloss, den Spuren des Gründers zu folgen. Mit seinem ausgezeichneten Geschmack knüpfte er erneut an den alten Traditionen an und bereicherte die Produktenskala durch Neuheiten (1900 Paris, 1901 St. Petersburg).

Zwischen den zwei Weltkriegen setzte eine Aktiengesellschaft die zeitgenössische Produktenreproduktion in der Tradition Mór Fischers fort. Daneben begann die Produktion ungarischer Figuren - ausgewählt aus den besten Schöpfungen der Bildhauer dieser Zeit auf dem Gebiet der figuralen Darstellung.

Seit 1948 befindet sich die Herender Manufaktur in staatlichem Eigentum, doch mit der Privatisierung im Jahre 1993 gelangten 75% in den Besitz der Mitarbeiter. Auch heute gehört es zu den wichtigsten Aufgaben der Manufaktur, die auf reichen Traditionen gegründete Porzellanherstellung auf hohem künstlerischen Niveau und in ausgezeichneter Qualität zu erhalten.

Die Porzellan-Manufaktur Herend AG ist heute als Hersteller von Luxusporzellan von Weltruf ein zu höchster Qualität verpflichtetes, den kunsthandwerklichen und gewerbegeschichtlichen Traditionen verbundenes Unternehmen.

Berühmte Kunden der Herend Porzellan-Manufaktur

Weitere Informationen finden Sie unter www.herend.com